
Seit Juni 2011 machen Nikitas Eltern Sabine und Andreas beim AuJA-Jahrestraining für Eltern mit und haben ihr erstes Freiwilligen-Team für Nikitas Spielraum bereits zusammen.
Über Nikita schreiben sie selbst:
"Nikita ist vier und ziemlich cool. Neuerdings fährt er sogar Fahrrad. Was nicht heißt, dass er auch bremst. Er ist nicht mehr das aggressive Kind, das beim Trinken Gläser zerbeißt. Er ist nicht mehr der Junge, der niemals lacht. Tief in ihm drin, das zeigt er nur selten, schlummert sogar Sprache. Und wir werden sie herauslocken. Auch wenn er dann vielleicht nicht mehr zu bremsen ist."
Nikitas Eltern haben seit dem 07.12.2011 einen Blog über Nikita unter http://nikitareloaded.wordpress.com/ , wo sie schreiben, wie man Nikita unterstützen kann.
Hier ein kleiner Auschnitt:
wie Ihr sicher wisst ist unser Sohn Nikita Autist. Nikita ist fast 5 Jahre alt. Er konnte bis vor kurzen überhaupt nicht sprechen, nicht lachen, ließ sich nicht anfassen, und spielte stundenlang nur mit sich alleine, kurz: er war total unzugänglich. Nikitas Erkrankung begann nach einer Hirnhautentzündung, die er im Alter von anderthalb Jahren hatte. Vorher war er ein normal entwickeltes Kind. Autismus gilt in Deutschland als nicht heilbar, wird auch von vielen Ärzten und Therapeuten nicht verstanden und die betroffenen Kinder werden seit neuesten durch Inklusionsprogramme in die Normgesellschaft einverleibt ohne das auf ihre individuellen Bedürfnisse viel Rücksicht genommen wird. Die Förderung ist im weltweiten Vergleich unterentwickelt. Plätze in Spezialkindergärten und Schulen gibt es kaum, alle sind überfordert. Nikitas derzeitige Therapie (die ja auch der Vorbereitung auf die Schule dienen soll) beinhaltet 1 x Ergotherapie und 2 x Logopädie pro Woche, jeweils 45 Minuten. Wahnsinn! Seit Juni dieses Jahres machen wir in Zusammenarbeit mit dem Verein „Artists Meet Autism e.V.“ das Spielraum-Therapieprogramm „AuJA! – Autismus akzeptieren und handeln“, welches seine Wurzeln in Amerika hat und dort unglaubliche Erfolge zeigt. Ziel ist es, das autistische Kind mit all seinen merkwürdigen Verhaltensweisen so zu akzeptieren, wie es ist und ihm durch spezielle Spiel- und Interaktionsangebote zu zeigen, dass Kommunikation und Interaktion Spaß machen und bei der Durchsetzung eigener Interessen hilfreich sind.
Nikita macht nun seit 3 Monaten beinahe täglich 1-1,5 h Spielraum. In dieser Zeit hat sich Erstaunliches ereignet. Er hat einige Wörter gelernt, was aber wichtiger ist, er zeigt uns nonverbal was er möchte, ist ruhiger geworden, kuschelt mit uns, lässt Spiele mit anderen Kindern zu und guckt uns an. Er lacht, rennt nicht mehr einfach weg oder auf befahrene Straßen und nimmt immer mehr am Familienleben teil.
plus ein Auszug vom 27.01.2012:
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Und Nikita entwickelt sich! Er wird quasi täglich offener (auch anderen Kindern gegenüber), kooperativer und kommunikativer. Auf der Silvesterparty hat er zum Beispiel mit wildfremden Männern geknutscht. Und er hat vor ein paar Tagen im Kindergarten einem Mädchen am Zopf gezogen. Beides kein Kavaliersverhalten, ich weiß, aber für einen Autisten schon fast sozial. Auch die Ärztin im SPZ hat seine Fortschritte bestätigt.
Übrigens hatte ich vorgestern das köstliche Vergnügen, Luka zu treffen, den Jungen, für den Familie Döhler das Spielraum-Programm entwickelt hat. Er hat jetzt wohl eine Karriere als Ritter eingeschlagen, er ritt auf einem ulkigen Pferd (das reden konnte und behauptete, Lukas Vater zu sein) durch die Wohnung und griff mich mit einem unsichtbaren Schwert an, da er mich für einen Drachen hielt. War aber nicht schlimm, denn ich konnte ja Feuer speien. – Luka ist die Beste Werbung für das AuJa!-Programm. Die Lexika lügen, wenn sie Autismus auf die Diagnose „unheilbar“ reduzieren. Das liegt an den vielen Helferinnen und Helfern, die sich im AuJA!-Programm engagieren, an Einzelfallhelfern, Therapeutinnen, Ärzten und hilfsbereiten Jugendämtern. Und natürlich an Spendern, wie euch!
Danke sagen
Nikita – und die anderen, die bei ihm inne Wohnung mit drinne wohnen und rumnerven: Atari, Sabine und Spider
Einführungsseminar